Wir bieten bei uns im Verein die Ausbildung zum Segelflugpiloten an. In Deutschland blickt der Segelflug auf eine lange Geschichte zurück, welche mit dem ersten „Segelflug“ von Otto Lilienthal beginnt. Hierzulande gibt es heute mehrere hundert Vereine, in denen man dieses Hobby lernen kann.

In Karlstadt bieten wir ein modernes Ausbildungskonzept, welches durch die Arbeit unserer ehrenamtlichen Fluglehrer relativ kostengünstig ist, an. Auf den folgenden Seiten möchten wir dir zunächst das Segelfliegen an sich näher vorstellen, damit du das facettenreiche Hobby näher kennenlernen kannst. Anschließend beschreiben wir, wie du bei uns für vier Wochen unverbindlich und günstig Mitglied werden kannst und so abwägen kannst, ob du bei uns dauerhaft Mitglied werden möchtest. Zuletzt beschreiben wir wie die Ausbildung abläuft, wenn du dich für eine Ausbildung bei uns entschieden hast.

Sollten dann immer noch Fragen offen sein, können diese direkt an unseren Ausbildungsleiter über ausbildung@lsck.de gesendet werden.

Das „Du“ ist bei Fliegern übrigens die übliche Anrede – also nicht wundern, wenn wir dich auf diesen Seiten duzen. Du darfst uns am Flugplatz gerne von Anfang an so ansprechen.

Segelflug

Für viele ist es zunächst ein Widerspruch, dass Flugzeuge auch ohne Motor fliegen können. Tatsächlich braucht es den aber nur, um Energie aufzubauen, die man beispielsweise für den Höhengewinn oder für eine höhere Fluggeschwindigkeit nutzt. Ein Flugzeug fliegt, weil es Tragflächen hat. Diese erzeugen den notwendigen Auftrieb, um in der Luft zu bleiben. Ohne Motor kann ein Flugzeug also immer noch gleiten. Allerdings sinkt es dabei kontinuierlich, weil es ständig einen Teil seiner Höhe hergeben muss, um den Luftwiderstand auszugleichen.

Das heißt glücklicherweise nicht, dass ein Segelflugpilot gezwungenermaßen nach kurzer Zeit wieder Landen muss, wenn er all seine Höhe für den Gleitflug verbraucht hat. Findet er Luftmassen, welche gerade in die Höhe steigen, kann er in ihnen wieder neue Höhe gewinnen. Das geschieht meist durch Thermik – von der Sonneneinstrahlung am Boden erwärmte Luft, die durch ihre geringere Dichte im Vergleich zur Umgebungsluft aufsteigt.

So kann ein Segelflugpilot an guten Tagen mehrere Stunden am Stück in der Luft bleiben und dabei mehrere hundert Kilometer zurücklegen. Dabei kann er sich besonders sicher fühlen, denn ein Segelflugzeug ist robust gebaut und fliegt dank seiner guten Aerodynamik sehr stabil. Sollte die Höhe mal nicht mehr ausreichen, um zum Heimatflugplatz oder einen anderen Flugplatz zu gleiten, so kann der Segelflugpilot auch auf ausreichend großen Ackern landen. Diese Situation wird in der Ausbildung gut geübt und ist bei richtiger Herangehensweise unproblematisch.

Steuern lässt sich ein Flugzeug zwar grundliegend anders als beispielsweise ein Auto, aber das richtige Handling kann im Prinzip jeder lernen. So ist der Segelflug ein Hobby, welches sowohl von Jugendlichen ab 14 Jahren, als auch von Flugbegeisterten mit über 70 Jahren erlernt werden kann. Oftmals fällt es vor allem Eltern schwer zu glauben, dass ihr Kind mit 14 Jahren bereits in der Lage ist allein ein Segelflugzeug zu steuern, aber diese Bedenken sind meist unbegründet. Im Gegenteil – Jugendliche lernen das Fliegen häufig besonders schnell und lernen dabei verantwortungsvoll und gewissenhaft zu handeln.

Ablauf

Um mit der Ausbildung zum Segelflugpiloten zu beginnen müssen einige Formalitäten erledigt werden. Du
brauchst:

  • Bei Minderjährigen die Einverständnis der Eltern
    oder Erziehungsberechtigten
  • Ein Mindestalter von 14 Jahren für den
    Ausbildungsbeginn und ein Alter von 16 Jahren, um die Lizenz zu erlangen
  • Ein Auszug aus dem Verkehrszentralregister
  • Eine fliegerärztliche Untersuchung
  • Ein behördliches Führungszeugnis

Für den Fliegerarzt musst du in einer gesundheitlich guten Verfassung sein. Sehhilfen stellen in der Regel überhaupt kein Hindernis dar, es sei denn auch mit ihnen gibt es noch Einschränkungen in der Sehkraft. Bedenken kann man vor der Untersuchung mit dem entsprechenden Arzt klären.

Auch Einträge im Verkehrszentralregister sind nur in Ausnahmefällen ein Ausschlusskriterium für eine Flugausbildung.

Generell gilt: Wir helfen und beraten bei all diesen Formalitäten. Dir sollte lediglich bewusst sein, dass es für den Beginn der Ausbildung eine kleine Vorlaufzeit braucht, um alle diese Unterlagen zusammen zu tragen. So ist es beispielsweise sinnvoll erst mit dem Schnupperpass zu beginnen währenddessen alle Dokumente zusammen zu tragen.

Die Ausbildung selbst gliedert sich anschließend in drei Abschnitte.

Zunächst fliegst du immer mit einem Fluglehrer, der dir Stück für Stück das Steuer überlässt und dir alle Grundfertigkeiten beibringt. In diesem Abschnitt bekommst du auch beigebracht, wie man Gefahrensituationen erkennt, sich aus brenzligen Fluglagen befreit und bei besonderen Situationen, wie einem Startabbruch handelt. Beherrscht du all diese Situationen und kannst ein Flugzeug jederzeit sicher Starten, in Flugplatznähe steuern und landen endet dieser Ausbildungsabschnitt mit deinen ersten drei Alleinflügen. Dann bist du das erste mal ganz alleine im Flugzeug und der Fluglehrer ist am Boden nur noch über Funk zu erreichen. Das ist einer der schönsten und aufregendsten Tage im Leben eines jeden Segelflugpiloten.

In der zweiten Phase steigt der Fluglehrer nur noch ab und an mit in das Flugzeug und perfektioniert deine Steuerbewegungen. Diese Rückmeldungen setzt du dann in weitern auch mal länger dauernden Alleinflügen um und sammelst so immer mehr wichtige Erfahrungen. Auch wird es in diesem Abschnitt zunehmend wichtig ein Flugzeug nicht nur sicher, sondern auch zielgenau zu landen. Dieses Beherrschen des Flugzeugs zeigst du am Ende des Abschnittes durch drei kurze Flüge, die der Fluglehrer vom Boden aus beobachtet und bewertet.

Im dritten Ausbildungsabschnitt wird es ernst. Du verlässt immer häufiger zunächst mit und später ohne den Fluglehrer die Flugplatzumgebung und lernst, wie man sicher und erfolgreich Überlandflüge plant und durchführt. Natürlich musst du dabei auch lernen wie man im Zweifelsfall auch mal auf einem Acker landen kann, falls man es mal doch nicht wieder nach Karlstadt schafft. Diese Übungen fliegst du entweder in unserem Motorsegler, mit welchem man einen Acker anfliegen und kurz vor der Landung wieder durchstarten kann, oder bei einem der Überlandflüge kommst du ganz automatisch in diese Situation. In diesem Fall holen die Vereinskollegen dich, deinen Fluglehrer und das Segelflugzeug nach der Landung vom Acker ab. Hast du am Ende alle Fertigkeiten, die ein Segelflugpilot benötigt und diese in einem selbst durchgeführten Überlandflug von mindestens 50km Distanz unter Beweis gestellt, wirst du auf die praktische Prüfung vorbereitet und ein behördlich berufener Prüfer nimmt dir diese ab. Dann heißt es nur noch: Warten auf die Post, welche den Flugschein liefert.

Neben der praktischen Ausbildung muss man in der Ausbildung auch allerhand Theorie lernen. In Karlstadt binden wir diese stark in die Praxis mit ein, wodurch die relativ umfangreiche Theorie für jeden zu erlernen ist. Während den beschriebenen drei Ausbildungsabschnitten musst zu dieses Wissen auch bei einer offiziellen Prüfung bei einer Behörde ablegen.
Mit ein wenig Fleiß ist diese aber für jeden machbar.

Ob das Segelfliegen für einen das richtige Hobby ist, kann man nur auf einem Weg herausfinden – man muss es ausprobieren. Wir bieten dir dazu bei uns in Karlstadt den sogenannten Schnupperpass an. Mit diesem wirst du bei uns für vier Wochen ganz unverbindlich Mitglied und lernst den Ausbildungs- und Vereinsalltag kennen. Du lernst dabei auch den Ablauf eines Flugbetriebs kennen und darfst im Cockpit Platz nehmen und mitfliegen. Ein Fluglehrer erklärt dir dabei die wichtigsten Grundlagen und zeigt dir wie man ein Flugzeug steuert.

In dieser Zeit bist du zwar noch kein Flugschüler, aber am Ende der „Probemitgliedschaft“ hast du genug Eindrücke gesammelt, um abwägen zu können, ob du die Ausbildung beginnen möchtest. Unsere Mitglieder erzählen dir auch gerne, wie sie das relativ Zeitintensive Hobby Segelfliegen mit anderen Freizeitaktivitäten, dem Job, der Schule oder der Familie vereinbaren. Daneben haben auch unsere Fluglehrer immer ein offenes Ohr für deine Fragen und beraten dich gerne zu deinem Weg zur Fluglizenz.

Der Schupperpass für die 4-wöchige Mitgliedschaft kostet 100€ bzw. 50€ für Schüler, Azubis und Studenten unter 25 Jahren. Diese Gebühr wird dir für den Fall, dass du dich danach für eine aktive Mitgliedschaft entscheidest für den Mitgliederbeitrag angerechnet.  Hinzu kommen die Fluggebühren, welche in diesem Zeitraum anfallen. Sie werden nach den normalen Mitgliedergebühren verrechnet werden. Die „Probemitgliedschaft“ beginnt mit dem ersten Tag an dem sie genutzt wird. Prinzipiell ist das zwischen März und Oktober möglich, wir empfehlen dir aber einen der früheren Monate im Jahr zu nutzen, da dann das Fliegerwetter meist besser ist und ein Übergang in die aktive Mitgliedschaft zum Ende des Jahres kaum sinnvoll ist.

Die Bestellung des Schnupperpasses geht am Besten über eine Anfrage an ausbildung@lsck.de, wo du auch weitere offene Fragen gerne stellen kannst.

Nach der Ausbildung

Hast du die Segelfluglizenz in der Hand, steht dir die komplette Vielfalt der Segelfliegerei zur Verfügung. Neben kurzen Flügen zum entspannen vom Alltag über immer weitere Streckenflüge von mehreren hundert Kilometern Länge bis hin zum Kunstflug mit Loopings und Co. – Segelfliegen bietet für jeden etwas und all das ist bei uns in Karlstadt möglich.

Ebenso sind die meisten Umschulungen zur Berechtigung zum Motor-, Motorsegler-, oder Ultraleichtflug mit dem Besitz der Segelfluglizenz relativ einfach und kostengünstig möglich. Auch das alles kannst du bei uns machen. Also worauf wartest du noch?

Wir freuen uns dich am Saupurzel zu begrüßen und beraten dich gerne.